Woyzeck, dekonstruiert

Von Rico Großer, basierend auf Textfragmenten von Georg Büchner

Inhalt

Marie ist ihrem dem Wahnsinn verfallenen Mann Franz Woyzeck entkommen. Und das gerade noch rechtzeitig, dachte er doch, sie getötet zu haben. Verletzt und am Ende ihrer Kräfte findet sie sich mit ihrem kleinen Sohn Christian alsbald auf einer kleinen Lichtung in einem nahegelegenen Wald wieder. Während sie ihre jüngste Vergangenheit Revue passieren lässt und gleichzeitig versucht, wieder Herrin über sich selbst zu werden, nimmt sie immer häufiger merkwürdige Absonderlichkeiten wahr, kleine Details, welche sie an ihrer eigenen geistigen Gesundheit zweifeln lassen. Oder ist die Stimme in ihrem Kopf doch nicht nur eingebildet?

Inszenierungsgedanken

Das fünfköpfige Team um Regisseur Rico Großer greift in seiner Inszenierung die eigene Misskonstellation auf, mit einer überwiegend männlichen Gruppe ein Stück aus weiblicher Perspektive zu inszenieren. Auch in unserer Zeit ist die Diskrepanz in Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau (Stichwort Lohngefälle) noch vorzufinden, welche hier exemplarisch auf die Figur Marie und die sie umgebenden Männer (Woyzeck, Tambourmajor, der sie sprechende Schauspieler, der sie führende Regisseur) angewandt wird. Sie diente als Ausgangspunkt der Überlegungen zur Gestaltung dieses mehr oder weniger Ein-Personen-Stücks (auf der Bühne kopräsent zum Zuschauer ist nur die Figur Marie, andere Figuren tauchen lediglich filmisch oder rein auditiv auf).

Bald schon erwuchs daraus ein Gedankenexperiment über Macht- und Abhängigkeitsgefüge im Allgemeinen wie im Persönlichen und führte in der Konsequenz zur Dekonstruktion des Stückes durch die Figur Marie selbst. Was bedeutet Freiheit? Und ist diese überhaupt zu erreichen? Und wie stellt man den Ausbruch aus dem theatralen Kontext innerhalb eines theatralen Kontextes dar?

Hinweis zur aktuellen Corona-Lage

Die Coronapandemie macht auch vor unserem Theaterverein keinen Halt. Dadurch entstehen einige Besonderheiten:

- Wir bitten alle Zuschauer*innen, ihren Theaterbesuch bis drei Tage vor Aufführung unter reservierung@tom-theater.de anzumelden. Nicht angemeldete Besucher*innen dürfen wir nicht einlassen.

- Bei uns gelten jeweils die aktuellen Coronaschutzmaßnahmen. Was das konkret für den Theaterbesuch heißt, darüber informieren wir die Besucher*innen gerne wenige Tage vorher per Mail. Eine verlässliche Aussage lässt sich leider immer erst kurzfristig treffen, da die Bestimmungen regelmäßigen Änderungen unterworfen sind.

- Aufführungen zu den angegebenen Daten können wir nicht garantieren. Sollten Vorstellungen kurzfristig ausfallen müssen, informieren wir alle Angemeldeten auch darüber per Mail.

Wann?

Wird noch bekanntgegeben

Wo?

Thealozzi, Pestalozzistr. 21, 44793 Bochum

Eintritt?10 Euro / 5 Euro (ermäßigt)
Reservierung?Unter reservierung@tom-theater.de